Es wird dunkel, die weihnachtlich geschmückte Stadt wirkt weniger kitschig
als noch bei Tageslicht. In bester Kauflaune betrete ich ein
Schuhgeschäft. Mein neu erworbenes Kostüm in dunklem Aubergineton habe ich
gleich an behalten. Ich watschel mit meinen unpassenden Tretern die Wände
und das Regal in der Mitte des Ladens ab. Da bietet mir ein gut
gekleideter Verkäufer seine Hilfe an. Mit seinem geschulten Auge erfasst er
sofort, dass ich Schuhe für diess Kostüm brauche.
Er nimmt ein Paar schwarze
Pumps aus dem Regal und deutet mir in den Sesseln hinter dem Regal platz zu
nehmen. Als ich bequem sitze nimmt er mein Bein am
Fesselgelenk und zieht mir meine alten Schuhe aus, seine Hand tastet
meinen bestrumpften Fuß ab, als wenn er die Form in sein Gehirn einscannen
will.... mir wird ganz anders… (warum kommt mir bloß Aschenputtel in den
Sinn… *gurre di guuuu*) er nimmt den Pumps und zieht ihn mir an….. er
passt!
Die gleiche Zeremonie am andern Fuß… Schauer jagen mir durch den Bauch.
Galant reicht er mir die Hand zum Aufstehen. Die Schuhe passen hervorragend
dazu, sehr elegant wirken sie im Spiegel.
Treffsicher holt er ein burgunderfarbenes Paar, noch bevor ich danach
greifen kann, aus dem Regal. *Ein telepatisch veranlagter Schuhverkäufer*
grinse ich in mich hinein. Ich folge ihm zurück zum Sessel.
Vorsichtig zieht er mir die Schwarzen aus.
Den ersten dieser genial unauffällig auffälligen Schuhe drückt er mir sanft
über die Ferse. Dann hält er inne, scheint nachzudenken, seine Hand
streichelt das Leder, dann meinen Knöchel, hinauf zum Knie „Stiefel würden
dem Kostüm einen sportlich-femininen Touch verleihen. Ich hole ihnen gleich
ein Paar, das wie gemacht ist für sie.“
Als er davongeht und ich mir die Schuhe im Spiegel betrachte, sehe ich dass
meine Wangen noch röter sind als ich vermutet habe. Ich setze mich besser
wieder bevor ich aus den High Heels kippe.
Sie sehen zum Verlieben aus die Stiefel. Die Pumps habe ich zuvor lieber selbst
ausgezogen. Ein tadelnder Blick deswegen von ihm… *ich bin halt eine
Spielverderberin* grinse ich zurück. Nachdem er den Reißverschluss
geschlossen hat nimmt er meine Hand und lässt mich das weiche Leder fühlen.
Seine Hand liegt auf meinem Knie, ich wehre mich nicht dagegen, sie tastet
sich an der Innenseite meines Schenkels bis zur Spitzenborte meiner
Halterlosen, mir stockt der Atem, unwillkürlich öffnen sich meine Beine ein
wenig.
Er nimmt den andern Stiefel, zieht den Reisverschluss nach oben, seine Hand
nimmt wieder den selben Weg, über mein Knie, meinen Schenkel, über die
nackte Stelle meiner Schenkel, befühlt meinen Tanga, streichelt beiläufig
über meinen Schamhügel. Mir bleibt die Luft weg, es waren bestimmt nur
3 Sekunden *nur nicht Ohnmächtig werden* schoss es mir durch den Kopf.
Dann, mit der gleichen Selbstverständlichkeit , als wenn das eben erlebte rückwärts
läuft, rutscht die Hand zurück zum Stiefel.
Zitternd betrachte ich mir die Stiefel im Spiegel. Sie sehen umwerfend aus.
„Ich weiß nicht für welches Paar ich mich entscheiden soll“ stottere ich.
Er nimmt die Stiefel und die schwarzen Pumps und trägt sie zur
Kasse. Zu der Frau dahinter sagt er „wir nehmen beide“ und lächelt so
verbindlich, dass diese errötet. Er legt seine Kreditkarte auf den Tresen.
Ich beobachte das alles wie eine Unbeteiligte, völlig paralysiert. Sie packt
die Schuhe in eine Tüte und reicht sie dem *Herrn*.
Er grüßt, dreht sich zu mir um und bietet mir den Arm an. Wir verlassen
gemeinsam das Geschäft. Draußen sagt er zu mir: „Ich wusste, dass sie nicht
das braune Kostüm kaufen würden, aubergine steht ihnen hervorragend“.
Mir ist unheimlich zumute. Verwirrt doch fasziniert blicke ich ihm ins
Gesicht. „Darf ich mich vorstellen… Nikolaus ist mein Name" sagt er mit
ruhiger tiefer Stimme, „du kannst auch Klaus zu mir sagen.“
..... wir müssen beide lachen.....
Geschichte verschicken